Wanderung entlang der Gemarkung von Schwürbitz

 

Trotz Digitalisierung und Gemeindegebietsreform haben sich die Gemarkungsgrenzen von Schwürbitz im Grundbuchamt nicht geändert. So deckt sich auch das Schwürbitzer Jagdrevier mit der Gemarkung Schwürbitz. Zur Zeit stellt sich die Frage, inwieweit Vorgaben des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken West z.B. Naturschutz, Landschaftsschutzgebiete, Kiesgewinnung und Wiederverfüllung die Gemarkung Schwürbitz tangieren. Der CSU-Ortsverband unternahm deshalb mit Vorstandsmitglied und Landwirt Kurt Fischer eine Flurbegehung auf den alten Gemarkungsgrenzen von Schwürbitz.

Der Weg begann direkt an den Grenzen von Schwürbitz und Lichtenfels/Trieb direkt hinter der steinernen Bank Süd und dem Fußballplatz. Hier im Süden hat Schwürbitz traditionell wenig Land. Im Westen dagegen erstrecken sich die Äcker teilweise bis in die unmittelbare Ortsnähe von Michelau. Am Fuße der Göritze liegt ein altes Flussbett des Mains mit zahlreichen Altarmen. Der Main verlegte sein Bett schon vor hunderten von Jahren nach Süden und wurde erst im vorigen Jahrhundert noch weiter südlich für die Flößerei in den heute bestehenden Flussverlauf kanalisiert.

Bei herrlichen Sonnenschein verlief die Wanderung entlang schmaler Feldraine auf der Suche nach Grenzsteinen. Anhand alter Flurkarten erläuterte Kurt Fischer, wo die ersten Rodungen am Redwitzer Gut und den Reuthen (rote Erde) begannen. Die Größe der Äcker zeigt deutlich, wo hier seinerzeit die Waldgrenze verlief. Die Göritze wurde vor ca. 200 Jahren nach dem Sieg Napoleons und des bayerischen Kurfürsten gegen die unterlegenen Franken aus Langheimer Besitz an 50 Schwürbitzer Familien verkauft und in nur 11 Meter schmale Parzellen aufgeteilt, diese sind teilweise bis heute durchgehend von der Michelauer Straße zum Reuthenweg noch erhalten.

Im Norden verläuft die Grenze teilweise unmittelbar entlang der Häuser des Neuenseer Ortteiles Berg und des Kreuzhofes. Hier steht der Neubau eines Schwürbitzers auf Schwürbitzer Gemarkung in Neuensee. Der Hühnerberg fällt an der Nord- und Westseite terrassenförmig ab. Da für die Landwirtschaft derartige Erdbewegungen keinen Sinn machen führt dies Kurt Fischer auf Abraumhalden einer früheren Eisenerzgewinnung zurück. Wann hier in Schwürbitz Bergbau betrieben wurde ist nicht bekannt, möglicherweise aber schon zu keltischer Zeit, sicher aber lange vor der Errichtung des bekannten Steinbruches.

Der Rückweg führte über den Flurbezirk Räslein östlich des Nonnenbachs oberhalb des Steilhanges Löhlein direkt in den Ortskern zurück . Eine interessante Diskussion schloss sich bei gemütlicher Runde im Gasthof „Zum Hirschen“ an. Der Vorsitzende Hans Fischer bedankte sich bei Kurt Fischer für die fachkundige Führung.

(Pressebericht von Carlo Scheidt)

Teilnehmergruppe vor dem Göritzenplateau

Teilnehmergruppe und Verantwortliche der Modellfluggruppe im Bereich des neuen Flugplatzes

Rege Diskussion über die Problematik Hühnerberg (ehemalige Mülldeponie)

Erläuterung der Gemarkungsgrenzen anhand der Flurkarte durch Kurt Fischer

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