Verschandelung der Mainaue verhindern

 Vor einigen Wochen wunderte man sich in Schwürbitz über eine erhebliche Lärmbelästigung durch schwere Baumaschinen. Dies war bereits ein „Vorgeschmack“ auf die Kiesgewinnung bis zur Steinernen Bank Süd und zum Fußballplatz direkt unterhalb des Ortes in den Mainauen.  

Die Vorstandschaft der örtlichen CSU stellte in einer Sitzung die Vermutung an, dass hier aufgrund des bevorstehenden Autobahnbaus erheblicher Bedarf an Kies bestehe und nun von dem seit über 20 Jahren bestehenden Recht Gebrauch gemacht werde, diesen Rohstoff auf den Gemarkungen Schwürbitz, Hochstadt und Trieb bei der Mainschleife auszubeuten. 

Heimatbund Schwürbitz und CSU Schwürbitz haben bereits 1994 gegen den Rekultivierungsplan mit Erfolg Einspruch eingelegt und bitten die Behörden aus aktuellem Anlass um einen Besichtigungstermin vor Ort, nachdem sich die Rechtslage möglicherweise wegen der EU-Richtlinien zur Ausweisung zusätzlicher Naturschutzflächen (FFH und Vogelschutzrichtlinien) und der entsprechenden Umweltverträglichkeitsprüfung hier geändert hat. 

Die Bevölkerung des Ortes legt größten Wert auf den Erhalt der seit Generationen gewachsenen Kulturlandschaft. Eine Verbuschung nach Rekultivierungsmaßnahmen wäre in der fast einmaligen Mäanderführung des Flusslaufes mit nördlichsten Punkt des Maines und der herrlichen S-Schleife sowie dem Zusammenfluss mit der Rodach nicht nur für die Bewohner von Schwürbitz, sondern auch für alle Besucher und Naturfreunde, untragbar. 

Nach den vorliegenden Rekultivierungsplänen wäre die Sicht von der Eisenbahn auf die malerische Silhouette von Schwürbitz mit den beiden im gotischen und romanischen Baustil errichteten Kirchen nicht mehr möglich. Aber auch die immer zahlreicher werdenden Fahrradtouristen, die hier auf den Rodach- und Main-, sowie dem Obermainradrundweg die Mainschleife passieren, könnten nicht mehr durch das Maintal die Türme von Banz sehen, weil hier die freie Sicht einer gepflegten Wiesenlandschaft durch den hohen Baumbestand eines geplanten Auwaldes ersetzt werden würde. Die Anwesenden empfahlen, diese „urwaldähnliche“ Landschaftsgestaltung weiter westlich Richtung Michelau vorzunehmen, da sich dieses Gelände hierzu förmlich anbiete. 

Man befürchtete darüber hinaus, dass diese Vogelschutzbiotope aus Naturschutzgründen für die Bevölkerung dann gesperrt werden und somit das Naherholungsgebiet auf den betonierten Weg nach Hochstadt und zum Naßanger beschränkt wird. Es wird daher eindringlich gefordert, dass das Gebiet weiterhin begehbar bleibt und den Weg über den Bahnübergang („Block“) nach Trieb an das linke Mainufer zu verlegen. 

Der Landkreis Lichtenfels erfreut sich seit Jahren über beachtliche Zuwachsraten im Tourismusbereich. Um die Attraktivität unserer Region weiterhin  zu erhalten, müsse eine Verbuschung der Mainauen vor Schwürbitz auf alle Fälle vermieden werden. Aufgrund der fast 825-jährigen Geschichte des Ortes haben die Schwürbitzer das Recht auf Erhalt und Wiederherstellung der historischen Kultur- und Wiesenlandschaft mit ihren begehbaren Wegen. 

Sowohl Heimatbund als auch CSU und JU baten in verschiedenen Initiativen die verantwortlichen Behörden um einen kurzfristigen Besichtigungstermin vor Ort. Anschließend wird eine Informationsveranstaltung für die gesamte Bevölkerung durchgeführt.

 

 

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